IoT im Mittelstand

Das Thema IoT wird in Deutschland leider immer noch etwas stiefmütterlich behandelt. Die Investitionen halten sich aus unserer Sicht bedeckt, da noch viel Unsicherheit besteht, ob auf das richtige Pferd gesetzt wird. Dies ist aber leider noch nicht möglich, da sich die komplette Technologie noch im Wandel befindet. Heutige Lösungen können morgen bereits obsolet sein. Standards verändern sich und werden aktuellen Erkenntnissen angepasst.

Als kleines Anschauungsbeispiel zeigen wir immer gerne auf, wie sich die Kosten einer GSM Datenübertagung in den letzten 5 Jahren geändert haben. Vor 5 Jahren verlangte einer der großen Telekom Provider noch bis zu 15,-€ / Monat für eine entsprechende Datenkommunikation. Dann kamen kleine Telekomprovider, die mittels Roamingverträge bei den großen Telekoms Dienstleistungen anboten, so dass der Preis auf nur 5,-€ / Monat gesunken ist. Durch weiteren Wettbewerb, war es in den letzten Jahren möglich Daten SIM Karten für weniger als 1,-€/ Monat zu bekommen.

Seit letztem Jahr jedoch, bietet 1NCE eine DatenFlat SIM Karte für 10,-€ an, die 10 Jahre gültig ist, sich in alle aktuellen GSM Netzwerke einwählt und ein Datenvolumen von 500MB aufweist. Diese Karte kostet im Vergleich weniger als 0,10€ / Monat.

D.h. die Kosten für die Datenübertragung haben sich in den letzten 5 Jahren drastisch reduziert, so dass über dieses Thema nicht mehr gesprochen werden muss.

Neue Themen wie Datensicherheit, Sicherheit der Verbindungen zum Thema werden aktuell heiss gehandelt, da mit Microsoft und Amazon Cloudanbieter auf dem Markt sind, die Ihre Clouddienstleistungen entsprechend absichern müssen. Dies bedingt, dass die sichere Kommunikation der Geräte zum Server wesentlich aufwendiger ist, so dass hochwertige Hardware in die Geräte entwickelt werden muss. Nur so wird es gelingen die hohen Anforderungen an die Cloudportale gerecht zu werden.

Es ist also noch sehr viel Bewegung in diesem Bereich. es wird noch Jahre dauern, bis sich ein etablierter Standard gefestigt hat, so dass sehr langfristig geplant werden kann.

Das Problem in Deutschland ist jedoch, dass wir durch unsere bereits bestehenden effektiven Prozesse, sei es in der Produktion, Entwicklung, Bürokommunikation, etc. sehr effizient und kosten optimiert arbeiten. eine Digitalisierung dieser Prozesse wird sehr oft noch nicht als erforderlich gesehen, da die Kosten für die Implementierung der digitalen Strategie kontraproduktiv ist.

Jedoch wird übersehen, dass Deutschland nicht der Nabel der Welt ist, und in anderen Ländern auf der Erde, die Digitalisierung bereits sehr weit gediehen ist. Estland ist ein Vorzeigestaat, bei dem sehr viele Prozesse digitalisiert sind. Ob ein ein Reisepass verlängert werden muss, oder das Auto auf kostenpflichtigen Parkplätzen abgestellt wird, alles lässt sich sehr einfach mit dem Smartphone über entsprechende Dienstleistungen erledigen.

Es besteht somit für Deutschland die Gefahr, dass es von anderen Staate bzgl. der Digitalisierung überholt wird, so dass es nicht mehr gelingt marktführende Firmen auf dem Weltmarkt zu etablieren.

Daher versuchen wir seit Jahren, Firmen mit kleinen und überschaubaren Projekten zu unterstützen, so dass die Lernkurve nach oben zeigt, und man nicht durch neue Standards erschlagen wird. Wir glauben daran, dass nachhaltiges Lernen nur durch kleine Schritte erzielt werden kann, jedoch muss man frühzeitig damit anfangen, damit der Wissensvorsprung anderer nicht zu groß wird.

10.06.2019 Michael Krause

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